TuS-Bliesransbach 1881 e.V.

Deutsches Turnfest 2009 in Frankfurt





Turnfest Tagebuch

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Turnfest Frankfurt 2009; ein etwas anderer Rückblick.

Wieder mal eine tolle Sache, ein Mega-Event in sieben Etappen ( Tagen ).

Prolog:

Nach mehreren Sitzungen seit Mai 2008 war klar, dass der TuS eine Teilnehmerzahl wie 2005 in Berlin ( 42 Turner/innen ) nicht erreichen konnte.
Die Gründe hierfür waren vielfältig, sind zu verstehen und zu akzeptieren, geht es hier doch letztendlich um Freizeit und Hobby. 15 Teilnehmer blieben schließlich übrig, die die verschiedenen Möglichkeiten der Teilnahme und Unterbringung am Turnfest in Frankfurt nutzten.


Judith Matzke als Kampfrichterin beim Kunstturnen, Philipp und Tobias Matzke als Teilnehmer beim Kunstturn-Mehrkampf waren die Woche über im Hotel, Werner Matzke offiziell im Gemeinschaftsquartier untergebracht ( Werner war in der Praxis jedoch "Pendler zwischen den Welten" ).

Dagmar, Nicole und Willi Bur nutzten die Möglichkeit des "Kurz-Zeit-Aufenthaltes", d.h. sie buchten das Hotel "Schule" erst von Dienstag bis Schluss.

Inge und Egon Schwartz waren auch privat untergebracht; profitierten von Ihren 1000 Jahren Turnfesterfahrung und absolvierten so souverän Wettkämpfe und Turnfest.

Somit verblieben sechs Hardcore-Turnfestteilnehmer, die die komplette Woche auf Luftmatratze und Schlafsack angingen: Eric Altmeyer, Bernhard Ambos, Johannes Bell, Martin Hartmann, Patric Kany und Reiner Kany ( in alphabeticle Order ).


Bei den nun folgenden Schilderungen der Ereignisse der 7 Tage Deutsches Turnfest 2009 hier noch ein paar redaktionelle Anmerkungen:

- auch wir unterliegen der freiwilligen Selbstkontrolle was Jugendschutz und ähnliches Zeugs betrifft
- manche Aktionen können deshalb nur angedeutet werden, es verbleibt der Fantasie der Leser überlassen, sich das Ganze bildlich vorzustellen, bzw. nicht ausgesprochene Worte entsprechend zu interpretieren
- um uns an den Namen nicht satt zu lesen werden wir im Verlaufe des Tagebuches unsere Turner mit "Teilnehmer" und dem Anfangsbuchstaben des Vornamens titulieren, auch dies lässt eine gewisse Fantasie zu ( z.B. Eric Altmeyer = Teilnehmer E. )


Tag 1 - Samstag, 30.05.09

Abfahrt

Teilnehmer E. und R, hatten sich auf der letzten Sitzung spontan bereit erklärt, den Fahrdienst nach Frankfurt zu übernehmen. So weit so gut; steckt der Teufel jedoch oft im Detail.
Teilnehmer E.`s Auto machte freitags die Grätsche, ohne großes Tamtam sprang Teilnehmer M. ein, der uns dann zusammen mit Teilnehmer R. entspannt ans Ziel brachte.

Dank hierfür vorab schon mal an die beiden Fahrer.

Die Abfahrt profitierte eindeutig vom Wahlkampf; selten hat man Wähler und Mandatsträger so in Eintracht erlebt. Treffpunkt zur Abfahrt war 9:30 Uhr in der Ortsmitte. Pünktlich war die Truppe versammelt, labte sich dann aber an den dargebotenen Speisen und Getränken an den Ständen der SPD und CDU, so dass sich die Abfahrt etwas verzögerte. Bedauern war für die Fahrer Teilnehmer M. und R. zu spüren, die hier der bereits hemmungslosen Bierleidenschaft nicht folgen durften.

Teilnehmer P. konnte das zu Hause versäumte Frühstück nachholen, indem er am CDU-Stand ungefähr 27 Schnittchen verputzte. Ein Schlag von dem sich die Partei finanziell hoffentlich wieder erholt. Teilnehmer J. und M. blieben auch bei der SPD nichts schuldig, so dass wir nach einem Schnaps zum Abschluss sagen konnten: Hauptsach, es geht mit Raaschbach aufwärts.

Die Fahrt nach Frankfurt verlief ruhig und ohne Zwischenfälle. Bereits kurz vor Frankfurt glänzte Teilnehmer E. mit geistigen Höhenflügen. Da unser Ziel ( Schule in Hanau ) von uns aus gesehen hinter Frankfurt lag, kam er auf die Idee, jetzt schon in Frankfurt an der Messe Halt zu machen und das bestellte Frühstücksgeschirr in Empfang zu nehmen. So hätten wir abends die Hände frei und bräuchten die Teile nicht mit herum zu schleppen.
Beim Empfang des Essgeschirrs konnten wir an der Messe auch noch sechs Karten für das eigentlich ausverkaufte Gerätefinale Donnerstagabend erwerben, was unsere Hochachtung für die gedankliche Vielfalt des Teilnehmers E. noch einmal verstärkte.

Die Fahrt von Frankfurt ins Quartier nach Hanau lies uns ein erstes Mal erahnen, dass diesmal ein Turnfest der langen Wege anstand. Wohlbehalten kamen wir schließlich an der Schule in Hanau an; hier war wieder Freude angesagt, denn die Schule war "allererste Sahne". Neu restauriert, sauber, modern ( Schulturnhalle mit Kletterwand und Kampfsportzentrum ), großer Schulhof, Parkplätze für die PKW, Betreuung nicht durch Hausmeister, sondern durch einen ansässigen Verein ( echt nette und freundliche Menschen ) und als Sahnehäubchen einen kompletten Schulsaal für uns alleine ( so mussten wir diesmal keinen vertreiben ).
Auch das von Teilnehmer E. schon vorgefertigte Saal-Belegungsschild mit TuS Bliesransbach, TV Breitfurt und Turnfreunde Gräfinthal brauchte so nicht zum Einsatz zu kommen und einen vollen Saal vorzutäuschen.
Ausgerüstet wie die Profis ( elek. Luftpumpe, XXL- Luftmatratzen, Schlafsack, usw. ) war das Einchecken und Saalverwüsten keine große Sache. Kurz wurde noch die nähere Umgebung der Schule erkundet. Auch dies stimmte positiv: war doch ein Irish Pub direkt gegenüber, ein MC Donald ( hier wurde gleich ein kleiner Imbiss genommen ) nur etwa 200 Meter und auch ein Einkaufscenter nicht weit entfernt ( dort deckte sich gleich jeder mit einem Sechser-Pack 1,5 L Mineralwasserflaschen ein, eine Maßnahme die sich bis heute niemand erklären kann, hätten doch zwei einzelne Flaschen für die ganze Mannschaft die ganze Woche gereicht ).
Ein kurzer Umtrunk wurde noch an der Schule genommen, dabei gaben wir unseren freundlichen Gastgebern noch wichtige Tipps und grundlegende Weisungen ( immer für ausreichend kaltes Bier sorgen ).



Nun war Frankfurt angesagt, offizielle Eröffnung des Turnfestes.




Obwohl die Bus-Haltestelle direkt an der Schule war, dauerte es rund eine halbe Stunde bis wir in Hanau am Hauptbahnhof waren, von dort waren es bis Frankfurt HBF noch mal ca. 20 Minuten. Gut dass wir neben den S-Bahnen auch die schnellere Regionalbahn und den Regionalexpress benutzen konnten.
In Frankfurt ging es direkt zur Turnfestmeile, die in diesem Jahr "Flussfestmeile" hieß, waren die Stände, Bühnen und Buden doch rechts und links am Mainufer platziert.

So marschierten wir also auf dieser "Meile der Möglichkeiten" ein, mit unseren extra für Frankfurt erworbenen einheitlichen Jacken mit Turnfestemblem "Struwwel" ein imponieren- der Anblick. Ein Lob an Teilnehmer J., der diese edlen Teile besorgt hatte.


Auf der Meile angekommen war die erste Musikbühne mit zugehörigem Bierstand "unser".
Ein erhebendes Gefühl ist bei jedem Turnfest immer das erste Bier. Auch in Frankfurt war das nicht anders; einhellige Meinung: "Super". Also wurde noch das eine oder andere nachgeschüttet.

Im weiteren Verlaufe des Abend wurden verschiedene Ideen erörtert, interessant dabei mit Sicherheit das Thema "Marienerscheinung". Die Teilnehmer wollen in Bliesransbach eine Gegenveranstaltung zum Härtelwald in Marpingen installieren, mit Wallfahrten an die Schutzhütte, heiliges Wasser von der Ranch des Teilnehmers E., die Leh soll enteignet, die Häuser entsprechend an Wallfahrttouristen vermietet werden usw. Besonders Teilnehmer R. tat sich hier hervor, der den finanz-, steuer,- und betriebswirtschaftlichen Bereich schon komplett fertig geplant hatte.

Ein Turnfest mit seinen vielen weiblichen Teilnehmern stellt auch immer eine Möglichkeit dar, das Single-Dasein der Teilnehmer J., M. und P. wenigstens zeitweise zu beenden.
Dementsprechend legten sich die Jungs ins Zeug das weibliche Geschlecht zu beeindrucken.


Insbesondere Teilnehmer J. zeigte sich als Tänzer vor dem Herrn, egal welche Stilrichtung die Gruppen auf der Bühne vorgaben. So entwickelte sich manch ausbaufähiges Gespräch, der in der Erregung oftmals lauthals dargebotene Balzruf mit dem Buchstaben "f" am Anfang war dann manchmal in seiner Deutlichkeit vielleicht etwas zu heftig. Löste dies doch beim weiblichen Geschlecht Erstaunen, bei manchem männlichen Teilnehmer Verwirrung aus.


Die an diesem Abend dargebotene Lasershow und das Feuerwerk sahen wir nur zum Teil, da wir uns nicht vom Stand loseisen konnten. Etwas spät traten wir dann die Heimreise ins Quartier an. Die bei Ankunft so hervorragende Formation löste sich nun ziemlich auf, Teilnehmer R. schlug es heftig in die Beine, hier zeigte es sich, dass er in den Disziplinen fünf und sechs ( Thekenturnen und einarmiges Reißen ) doch nicht so im Training steht.



Auch der Gruppenzwang (wenn Pils, dann alle Pils ) zeigte insbesondere bei den gewohnheitsmäßig Gespritztes- und Radlertrinkern seine Wirkung.
Teilnehmer P. schaffte es punktgenau einen Bodenstrahler mit dem Essen von mittags zu verzieren, was Teilnehmer E. mit körpereigenem Wasserstrahl sofort wieder behob. Da sag mal einer mit vollem Kopf kann man nicht zielen.
Obwohl alle eine ziemliche Unwucht im Bewegungsapparat hatten trafen wir vollzählig am Frankfurter Hauptbahnhof ein ( positiv ist auch zu vermerken, dass keiner in den Main fiel ).
Hier angekommen war allen Teilnehmern klar, dass der Rückweg zur Schule mit öffentlichen Verkehrsmitteln ein zu hohes Risiko birgt, beim Umsteigen den einen oder anderen zu verlieren. Teilnehmer E. ist z. B. dafür so ein Kandidat. Also Heimreise per Großraum-Taxi. Kaum war der Motor gestartet, gingen die Jalousien nach unten und die Köpfe vielen nach vorne. Gut dass die Teilnehmer B. und M. noch relativ fit waren und so die Fahrt überwachten. Insbesondere Teilnehmer M. erwies als Top Führer, der sich nach einem halben Tag in Frankfurt und Hanau besser auskannte als der Taxifahrer, der schon zehn Jahre in Frankfurt rumgurkte. Letztendlich kamen wir so alle wohlbehalten wieder im Quartier an.
Ein kurzer Absacker noch an der Schule, der manchem schon nicht mehr richtig schmeckte, dann ging es auf die Matratzen zum Schlafen, mit dem beruhigenden Gefühl, dass das Turnfest schon mal gut begonnen hat.

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Nachtrag zum 30.05.09:

Da die Woche in Frankfurt eine Fülle von Eindrücken hinterließ, hat die Redaktion Probleme alles zu behalten, bzw. richtig einzuordnen.

So wurde schon bei den Aktionen am ersten Tag ein Highlight vergessen, bzw. vom Schreiber dem verkehrten Tag zugeordnet.
Mit Ankunft an der Schule war nämlich an diesem ersten Tag noch nicht alles vorbei. Da der Taxifahrer wie schon beschrieben die genauen Örtlichkeiten nicht so kannte, ließ er uns etwas außerhalb des Schulgeländes aus dem Auto. Das Gelände war aber, was wir jetzt erst bemerkten, eingezäunt. Viel zu faul um außen rum zum Haupteingang zu laufen war allen klar: wir klettern über den Zaun. Ohne groß nachzudenken kletterten wir, wo wir gerade standen über den Zaun; Gott sei Dank an einer Stelle an einem Tor, die oben keine Eisenspitzen aufwies, wie der Rest des Zaunes. Ansonsten hätte es wohl einige zerrissen. Doch auch so war das Überwinden des Hindernisses nicht von besonderer Eleganz geprägt. Die von den Teilnehmern gezeigten Stilrichtungen ließen nicht unbedingt erkennen, dass hier Sportler am Werk sind. Teilnehmer R. z.B. saß plötzlich rittlings auf dem Zaun. Es wollte nicht mehr vor, noch zurückgehen. Scheinbar hatte er sich auch noch ein edles Teil geklemmt, denn als der zu Hilfe eilende Teilnehmer P. ihn am Bein packte hörte man ihn nur verzweifelt rufen:

"Nicht ziehen. Um Gottes Willen nicht ziehen!"


Tag 2 - Pfingst-Sonntag, 31.05.09


Nach einer ersten zu kurzen Nacht gingen so ab sechs Uhr nach und nach die Augendeckel der einzelnen Teilnehmer hoch (Werner Matzke schlief nicht im Schulsaal).
Zwar mit einigem Schwindel und leichtem Kopfhautbrummen kam man doch wieder in die Vertikale. Von "Super", "geil", "Toller Turnfestanfang" bis hin zu "Weltklasse" gingen die Attribute, was den gestrigen Tag als Ganzes oder nur einige Aktionen angingen. Teilnehmer B. mit acht Teilnahmen mittlerweile Turnfest- (und Gesichts-) ältester musste die Euphorie etwas dämpfen; er konnte zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnen, dass seine Worte: "das wird noch besser, da kommt noch mehr" bereits an diesem zweiten Tag wahr werden würden.

Vorab ging es aber zum ersten Frühstück und Duschen, beides bestätigte noch einmal die tolle Unterbringung an dieser Schule. Beim Frühstück wurde lediglich das Nutella vermisst. Teilnehmer J. versprach, dies dienstags im Lebensmittelmarkt käuflich zu erwerben. Beim Duschen bemängelten die Teilnehmer M. und P., dass die Verbindungstür zwischen Frauen- und Männerduschen abgeschlossen sei. Dieser Mangel konnte leider während der ganzen Woche nicht abgestellt werden.
So ging es dann gegen zehn frisch und gestärkt Richtung Frankfurt. Der Tagesplan für heute sah mehr Kultur vor. Als erstes war Turnfestmeile geplant, dort wollten wir bei "Dicker-Backe-Musik" einen schönen Frühschoppen zu uns nehmen. Es stellte sich heraus, dass keine Blasmusik dargeboten wurde, stattdessen zeigten die Spielmannszüge auf den einzelnen Bühnen ihr Können. War die Musik auch manchmal vielleicht gewöhnungsbedürftig, so stellten doch die weiblichen Teilnehmer der Züge etwas fürs Auge dar. Und mancher unserer Teilnehmer hätte sich wohl an diesem Morgen gewünscht, er könne mit der Flöte oder Klarinette tauschen.


Nach diesem musikalischen Part wollten wir auch die Architektur der Weltstadt Frankfurt begutachten. So ging es nach Sachsenhausen, wo wir die schöne Altstadt bestaunten. Nach diesen kulturellen Genüssen mussten wir uns beim Italiener zuerst einmal stärken. Bei gutem Wetter konnten wir im Freien ein leckeres Mahl zu uns nehmen und den weiteren Tagesablauf planen.
An dieser Stelle musste man sich etwas um die Teilnehmer sorgen. Nach dem heftigen Anfangstag war jetzt eingewisses Formtief zu erkennen. Das Essen tat ein Übriges, waren doch die verbliebenen Körperkräfte damit beschäftigt zu verdauen, sprich der letzte Rest Energie war im Magen gelandet.
So gegen 15:30 Uhr machten wir uns dann wieder auf den Weg zurück zur Turnfestmeile, wo wir nur noch "kurz" einen trinken, und dann ob der schwächelnden Form die Heimreise antreten wollten.

Es kam natürlich wieder ganz anders. Schuld war in diesem Fall, so deutlich muss man es aussprechen: Teilnehmer E. Er war jetzt etwas quengelig, so dass ihm alle von uns vorgeschlagenen Bierstände oder Sitzplätze nicht so zusagten.

Also kümmerte er sich persönlich um einen annehmbaren Platz; das Verhängnis nahm so seinen Lauf. Den Platz, den er fand war allererste Sahne und hatte alles was wir brauchten. Einen Tisch, zwei Bänke, auf der Sonnenseite des Mains, Sonnenschirme für Schattenliebhaber, nahe an einer Musikbühne, Musik auch in Ordnung, Pipi-Box nicht weit, direkt an der Uferpromenade ("Sehen und gesehen werden") und natürlich in unmittelbarer Nähe ein Bierstand mit flottem Personal (ganz wichtig).
So stellten wir an diesem Sonntag gleich den ersten Rekord auf: 10 Stunden (von 16:00 bis nachts 2:00 Uhr) an einem Ort, nur unterbrochen vom Pinkeln und Bierholen.
Ein Lob an unseren Teilnehmer E.
Was in diesen 10 Stunden an Gesprächen, Witzen und Dummgeschwätze abging, kann man nicht wiedergeben, da muss man dabei gewesen sein.

Nur zwei Beispiele:

Der am Vortag erstmals angesprochene Plan der Wallfahrten in Bliesransbach nahm immer konkretere Vorstellungen an. Ob Verpflegung, Unterbringung, Parksituation usw., alles ist schon in den Köpfen vorhanden und bis ins Detail geplant.
So muss u. a. auch aus steuerlicher Sicht eine Stiftung gegründet werden, Posten im Vorstand usw. wurden bereits verteilt; auch werden neue Arbeitsplätze geschaffen, nach ersten Hochrechnungen so viel, das wir im Saarland Vollbeschäftigung erreichen.
Es wurde auch darüber diskutiert, ob ein Deutsches Turnfest in Bliesransbach möglich ist. Organisatorisch bekämen wir Turnfestmeile mit Essen, Trinken, Musik und Feiern, auch die Betreuung der Gäste (insbesondere der weiblichen) wohl hin. Die Sportstätten müssten wohl noch verbessert werden, Schwimmwettkämpfe in der Blies, Leichtathletik hinter der Jahnturnhalle und Deutsche Kunstturnmeisterschaften in der Schulturnhalle sind dann doch etwas schwierig. Auch den Dom und den freien Platz als Messegelände zu deklarieren ist wohl nicht machbar. Hier ist die Politik gefordert entsprechende Räumlichkeiten zu erstellen und anzubieten, so schließt sich dann auch wieder der Kreis zu den Mandatsträgern (siehe Abfahrtstag).

Diese unsere so offene und fröhliche Art hinterließ bei den weiteren Gästen enormen Eindruck (komischerweise meist bei den weiblichen). Vier Teilnehmerinnen aus Schwaben am Nachbartisch luden uns spontan zum schwäbischen Abend ein. Uns wurden dabei auch kleine Witze über die Schwaben nicht krumm genommen (z.B. Winnetou Häberlein oder warum die Schwaben die Treppe rechts hoch und links heruntergehen). Immer galant und witzig konnte sich insbesondere Teilnehmer P. so richtig verbal festbeißen. Auch die restlichen Teilnehmer standen ihm hier nicht viel nach, so dass wir an unserem Tisch bald eine fröhliche Runde zusammenhatten.
So manche Kontakte wurden geknüpft, das Leuchten in den Augen der Teilnehmer J., M. und P. wurde im Laufe des Abends immer größer. Insbesondere Susi, eine ca. 25 jährige in Frankfurt arbeitende Krankenschwester war von uns so angetan, dass sie gar nicht mehr von unserem Tisch weg wollte. Da sie im Verlaufe der Woche noch eine Rolle (bei verschiedenen Teilnehmern) spielt, nennen wir sie im weiteren Tagebuch: Fan S.

Sie selbst sorgte für ein großes Hallo, als sie erwähnte, dass sie aus Thüringen (also Tätärä) kommt. Der alte Witz mit den Bananen erfuhr hier eine ganz neue Wendung, als Fan S. meinte, Bananen würden ihr nicht schmecken. Auf unsere Nachfrage warum, erzählte sie, als sie zum ersten Mal eine Banane aß, tat sie dies aus Unkenntnis mit der Schale. Seitdem schmecken Bananen für sie bitter. Ohne Scheiß!
Da wir nicht unter einem Bierstand standen wie am ersten Tag, sahen wir an diesem Abend auch die Lasershow und das Feuerwerk (sofern wir nicht den Hintern von Fan S. vorm Gesicht hatten wie Teilnehmer B., oder die Nase in demselben stecken hatten wie Teilnehmer M.) besser.

Lasershow und Feuerwerk bildeten den Abschluss eines jeden Tages. Die Festmeile leerte sich dann auch recht schnell.
Nur am Tisch der Raaschbacher war noch was los (erinnerte an Berlin 1987). Schließlich mussten und wollten auch wir den Heimweg antreten, nicht ohne noch ein letztes Bier (Gruppenzwang). Teilnehmer B., sonst eigentlich gut Freund mit dem Gerstensaft, musste Gewalt anwenden, damit der letzte Humpen "hinab zu den Brüdern" geht, wollte er doch nicht mehr so richtig schmecken.

Schließlich machten sich alle mit etwas Atü auf Richtung Hauptbahnhof. Auf dem Weg dorthin handelte Teilnehmer J. einem Frittenkoch seinen Restbestand für einen Euro ab. Das war noch genug, um die ganze Mannschaft satt zu bekommen. Klasse gemacht.
An diesem Abend war geplant noch durch die Rotlichtmeile Kaiserstrasse zu gehen.
Was geplant ist, wird auch durchgeführt, egal welcher körperliche Zustand vorliegt. Auf dem Rückweg war die Formation wieder aufgelöst, besonders Teilnehmer E. und J. waren am hinteren Ende des Feldes zu finden, schwer humpelnd und schlecht gehend; immer wieder musste der Rest der Teilnehmer auf die Jungs warten. (Teilnehmer J. hatte sich vor dem Turnfest einen Muskelfaserriss zugezogen, Teilnehmer E. … ja was hatte er denn eigentlich?)
So kamen wir schließlich in der Kaiserstrasse an. Ein Blick zurück: Teilnehmer E. und J. waren verschwunden. Die Truppe war in Sorge. Hatten sie dem Tempo nicht mehr folgen können, lagen irgendwo im Frankfurter Strassengraben, verletzt und alleine, hilflos vielleicht? Ein schlechtes Gewissen machte sich breit: hatten wir nicht gut genug auf sie aufgepasst? Im Zeitalter der Technik fiel Teilnehmer M. das Handy ein. Ein Anruf bei Teilnehmer E. müsste eigentlich klären in welcher misslichen Lage sich Er und Teilnehmer J. befanden. Gesagt getan. Der Anruf brachte Erstaunliches zu Tage. Von wegen verletzt und hilflos, unsere beiden Turnfreunde erreichte der Anruf als sie bereits im dritten Stock eines "Laufhauses" waren. So wurde an diesem Abend noch ein weiterer Rekord aufgestellt: Drei Stockwerke in einem Frankfurter Laufhaus mit Begutachtung der Mädchen in zwei Minuten und 43 Sekunden, und das noch mit Verletzung.
Weltklasse!

So kamen wir nach und nach am Hauptbahnhof an. Es war uns klar, dass wir auch heute wieder das Taxi nehmen mussten. Ein etwas schmieriger schnurrestragender Taxifahrer meinte wohl, er hätte es bei uns mit "Vollposten" zu tun. Lauthals machte er uns ein hervorragendes Angebot. Ohne Taxameter wollte er uns zu einem Festpreis nach Hanau fahren. Nur wusste er ja nicht, dass wir den Preis vom Vorabend kannten. Sein Super-Angebot war nämlich rd. ein Viertel teurer, also eine Verarsche. Ja, da bekam der Meister mal ein paar warme Worte von der ganzen Mannschaft zu hören, was ihn dazu veranlasste, sich nicht nur zurück zu seinem Taxi, sondern wohl gleich in sein Heimatland (irgendwo östlich des Urals) zu verziehen. Der Fahrer, der uns dann ins Quartier brachte, hatte dies natürlich alles mitbekommen. Er fuhr den kürzesten Weg, jedenfalls war der Preis an diesem Abend der billigste und setzte uns direkt am Eingang der Schule ab. Er hätte uns wahrscheinlich auch noch einzeln hoch auf die Luftmatratze getragen; Angst stimuliert doch manchmal ungemein.


Ohne Absacker in der Schule ging es dann nach einem langen Tag auf die Matratzen, wo das große Konzert der Atemtechniken begann.
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Tag 3 - Pfingstmontag, 01.06.2009


(Werner Matze schlief im Schulsaal, war aber schon da als wir ankamen und schon wieder weg als wir aufwachten.)

Nach wieder nur ca. 3 - 4 Stunden Schlaf hatten alle Teilnehmer morgens gewisse Schwierigkeiten die Maschine anzuwerfen. Wie nachts die Schnarchgeräusche, so waren auch die ersten Lebenszeichen unterschiedlich. Meist hörte es sich an wie: "aah", "ooh", "uuh", "auwauwau", "olleg-olleg" oder so ähnlich. Auch die Bemühungen auf die Beine zu kommen stellten manchen vor Probleme, die Technik hierzu war unterschiedlich, die Eleganz wurde jedoch bei allen vermisst. Teilnehmer B. war immer noch im Kampfe mit dem letzten Bier vom Vorabend, so dass er sich gleich mal vom Frühstück abmeldete. Gestählt durch jahrelanges Training kamen doch schließlich alle Teilnehmer wieder in die Gänge, der eine etwas mühevoller, der andere etwas schneller. Bei zwei Dingen waren sich aber alle einig:
Erstens: der gestrige Tag war "Weltklasse".
Zweitens: den heutigen Tag mit derselben "Schlagzahl" angehen wie die zwei vor- hergehenden, würde die Abreise am Dienstag bedeuten (dann wären wohl alle "total kapott").

Also war für heute etwas "Doucement" angesagt. Das Programm des Tages (Besichtigung der Sportstätten für die folgenden Wettkampftage!) passte dazu ganz hervorragend.

Nach dem Frühstück (noch ohne Nutella) und Duschen (mit verschlossener Verbindungstür) war die Mannschaft so weit wieder fit, dass man sich nach Frankfurt aufmachen konnte. Dass wir an diesem Morgen nicht so ganz auf der Höhe waren zeigte sich am Hanauer Hauptbahnhof. Statt wie bisher den Regionalexpress zu nehmen, stiegen wir in die S-Bahn. Eigentlich ist die ja für die Turnfestteilnehmer bestimmt und normalerweise auch in Ordnung. Nur an diesem Morgen war das für unsere Teilnehmer so etwas wie Buße für den Vorabend. Alle nicht so richtig fit und dann in einer vollbesetzten S-Bahn die alle 500 Meter und an jedem Klohäuschen hielt. Dazu war der Fahrer der S-Bahn wohl irgendwo aus dem Kongo oder Neuguinea, jedenfalls waren ihm 20 Grad in Deutschland wohl noch zu kalt, so dass er in der S-Bahn die Heizung auf volle Pulle gestellt hatte. Bei gefühlten 42 Grad wurde die Fahrt zur Tortur; die Teilnehmer E. und M. wollten schon die Türen herausreißen, Teilnehmer J. den Kopf aus dem Fenster halten, Teilnehmer P., als handwerklich Begabt bekannt, plante schon gedanklich eine "S-Bahn Cabrio". Letztendlich kamen wir doch am Frankfurter Hauptbahnhof an, wenn auch die Gesichtsfarbe unserer Teilnehmer allgemein etwas gelitten hatte.


Von dort ging es per Fußmarsch (die Haupttätigkeit an diesem Tag) zum Messegelände.

Hier stellten wir fest, dass die schöne neue Welt jetzt auch vor dem Turnfest nicht halt macht. Zum allerersten Mal wurden bei einem Turnfest beim Betreten der Wettkampfstätten die Turnfestausweise kontrolliert.


Beim Begutachten der einzelnen Hallen stellten wir wieder einmal fest wie viel sportliche Facetten so ein Turnfest hat. Vom Geräteturnen über Trampolin, ob rhythmische Sportgymnastik oder Aerobic, von der Sportakrobatik bis zum Jazztanz, ein Turnfest zeigt die ganze Breite unseres Turnsportes und macht so mit den Reiz dieser Veranstaltung aus. Dabei geht es nicht nur um Platzierungen, auf verschiedenen Bühnen und Aktionsflächen werden starke Vorführungen auch ohne Wettkampfcharakter dargeboten. Interessant auch das Angebot der verschiedenen Aussteller.


Vom Barren über Saalschläppchen, von Turntrikots bis Rückenmassagesessel, vom Sprungtisch bis zu Trainingsanzügen, von gesunder Ernährung bis hin zu immer wieder neu auftauchenden Sportarten und Trends ist so ein Turnfest auch in dieser Hinsicht ein Erlebnis. Nach dem wir so die Hallen alle inspiziert hatten, war es Zeit für die Nahrungsaufnahme. Hier eine Warnung für alle Frankfurter Messebesucher: im Erdgeschoss im Bereich zwischen Halle fünf und sechs gibt es ein Schnellrestaurant mit Burgern, Fritten, Chicken usw. Hier nahmen wir einen kleinen Imbiss zu uns. Das Essen verdiente das Prädikat "grausam bis hervorwürgend".

Egal ob Fritten, Hähnchen oder Burger, alles war gleich schlecht. Selbst Teilnehmer E. als weitgereister Fahrensmann (China, Bolche, Gräwedal, USA, usw.), konnte sich nicht daran erinnern jemals etwas ähnlich "Leckeres" gegessen zu haben. Die Getränke passten sich dem Niveau an, so dass es am sichersten war, nur Mineralwasser zu trinken.

Dieser Reinfall musste durch ein gutes Abendessen ausgeglichen werden. Also ging es ab zur Information, allen voran Teilnehmer M. An der Info waren sie wohl schon viele Fragen gewohnt, aber dass sechs Turnfestteilnehmer den Weg zum nächsten und besten Steakhaus wissen wollten war auch für die Damen und Herren die dort arbeiteten neu. Letztendlich konnten sie uns aber weiter helfen in dem sie uns die ungefähre Richtung und eventuelle Länge der Wegstrecke sagen konnten. Die angezeigte Richtung war "ähnlich", die Streckenlänge vorsichtig formuliert "optimistisch" beschrieben ("ist nicht weit"). So trabten wir dann mal gefühlte drei Stunden zu Fuß durch Frankfurt. Schließlich fanden wir sogar zwei Steakhäuser; sinnigerweise war das in der Nähe des Bankenviertels das Billigere. An der Bankenkrise und unterbezahlten Schlipsträgern scheint etwas dran zu sein. Nachdem wir also die Lokalität für das Abendessen gefunden hatten, machten wir uns wieder zu Fuß zurück zur Messe.

Von dort ging es per Straßenbahn zum Rebstockgelände wo die Leichtathletikwettkämpfe stattfanden. Von der Haltestelle bis letztendlich zu den Sportstätten selbst war wiederum ein Fußmarsch notwendig.

Gut dass auf halber Strecke das Beach-Volleyballgelände lag, so dass wir uns dort ausruhen und stärken konnten. Gegen Abend ging es dann zu Fuß zur Haltestelle, von dort per Straßenbahn zum Messegelände und von dort wieder zu Fuß zum Steakhaus. Das Abendessen machte den Reinfall beim Mittagessen bei weitem wett und entschädigte auch für den Fußmarsch.

Alle Teilnehmer waren sich einig, dass wir hier nicht zum letzten Mal gegessen hatten. Nach diesem gelungenen Abendessen ging es gegen 21:00 Uhr zu Fuß und per U-Bahn zum Hauptbahnhof ( bis dahin hatten wir durch die Fußmärsche mit Sicherheit den ersten Abend in Frankfurt abtrainiert ). Am Hauptbahnhof ließen wir an diesem Abend mal die Taxifahrer in Ruhe und fuhren mit der Bahn nach Hanau. Dort am Hauptbahnhof angekommen waren alle dafür, heute mal zu Fuß zur Schule zurückzukehren (so weit die Füße tragen). Nach diesem "Spaziergang" war auch der zweite Abend kalorienmäßig verbraucht, so dass wir zum Beginn der Wettkämpfe am folgenden Tag topfit sein mussten. So hauten wir uns gegen ca. 23:00 Uhr ohne Absacker auf die Matratzen mit dem guten Gefühl, heute nicht übertrieben zu haben.



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Tag 4 - Dienstag, 02.06.2009


(Werner Matzke schlief in der Schule. Er kam erst nach uns in den Saal, war total verwundert, dass wir schon vor ihm in der Kiste waren, konnte darüber grübelnd die ganze Nacht nicht schlafen, so dass er schon wieder weg war als wir aufwachten.)

Sechs Uhr aufstehen, keine Probleme. Keine "ooh´s" und "uuh´s", nur Fitness so weit das Auge reichte.
So 7 Stunden Schlaf ohne Unwucht in der Zentrale hat auch was für sich. Die ganze Mannschaft strotzte nur so vor Ausgeruhtheit und Leistungswille. Beim Frühstück verstärkte das von Teilnehmer J. wie versprochen gekaufte Nutella die Form noch einmal (ohne als Dopingmittel zu gelten).
Die Teilnehmer E., J., M. und P. die an diesem Tag ihren Wettkampf hatten, konnten sich so auf jeden Fall körperlich topfit ihren Gegnern stellen. Nach Frühstück und Duschen wurden die Rucksäcke gepackt, denn am heutigen Tag war auch noch der "Saarländische Abend" geplant; da sich ob des langen Weges keine Rückkehr zur Schule mehr lohnte, nahmen wir so neben dem Sport-Dress auch den Ausgehanzug mit (Jeans und T-Shirt).
 

Dass die Jungs heiß auf ihren Wettkampf waren, zeigte sich schon an den Haltestellen für Bus und Bahn. Hier wurden schon die ersten Aufwärmübungen absolviert. Mancher Mitreisende staunte schon hier über die Gelenkigkeit der Bliesransbacher Sportler. 

 

Nach einem leichten Aufwärmspaziergang vom Hauptbahnhof zur Messe kamen wir dort an den Wettkampfstätten an. Hier war gleich ein lautes Hallo zu hören. Fan S. wartete bereits auf uns. Wir hatten zwar am Sonntag abgemacht, dass wir uns hier treffen wollten, da Fan S. unbedingt unsere Sportler im Einsatz sehen wollte. Aber dass wir einen solch bleibenden Eindruck hinterlassen hatten, dass sie mit dem Fahrrad hierher kam und auf uns wartete, erstaunte uns doch. Dies gab unseren Sportlern noch einmal einen positiven Kick. Für den Club der "klopfenden Eiterzähne", nämlich Teilnehmer J., M. und P. stellte der Besuch von Fan S. noch einmal eine zusätzliche Motivation dar. Wurde so doch die Spannung und der Hormonspiegel hoch gehalten.
Da Fan S. natürlich keine Festkarte zum Eintritt in die Messehallen hatte wurde in Perfektion "Operation Tote Maus" durchgeführt und auch sie konnte die heiligen Hallen betreten.

Mit den Teilnehmern E. und P. beim Geräteturnen wollten wir beginnen. Hier zeigte sich dann auch gleich die Erfahrung und Klasse dieser beiden alten Holmenwurschtler. An alle Kleinigkeiten wurde gedacht um eine Spitzenwertung zu erzielen: Sitz der Frisur, elegante Kleidung, Smalltalk vor den Übungen mit den Gegnern und natürlich korrektes Vorstellen beim Kampfgericht (- das gleich in ein Gespräch verwickelt und für später zum Bier eingeladen wurde). All das kann schließlich in der Endabrechnung entscheidend sein.


Erfahren wie Teilnehmer E. und P. nun mal sind, wurde auch mit dem Einturnen nicht übertrieben, die Kräfte so für den Ernstfall aufgehoben. Teilnehmer E., als Kamikaze bekannt, zeigte bei einem Einturnsalto am Trampolin gleich das ganze Spektrum seines Könnens, als er bei der Landung die Matte verfehlte und recht heftig neben der Absperrung einschlug. Erstaunlicherweise machte er gleich weiter und rief nicht wie sonst nach einem Sturz nach THW, Notarzt und Notar zur Abgabe seines letzten Willens. Teilnehmer P., bei den Kampfgerichten wegen seiner Flexibilität beim Auslegen der Reihenfolge der Übungsteile gefürchtet, verblüffte auch dieses Mal die Kampfrichter mit seiner Reckübung. Deren Einwand die Übung sei nicht die, die auf der Meldung stehe, kommentierte er nur lapidar: "Turne ihr, oder turn ich.".

Letztendlich konnten alle, Turner, Trainerstab und Zuschauer (Insbesondere Fan S. kam aus dem Staunen nicht heraus.) mit der Leistung der Beiden zufrieden sein, was sich dann auch bei den Wertungen zeigte.

Erstaunlich dabei die Leistung von Teilnehmer E. Was Teilnehmer P. kann, wissen wir vom Training.

Dass jedoch Teilnehmer E., nicht unbedingt als Trainingsweltmeister bekannt, hier so gut mithalten konnte, zumal er noch älter ist als Teilnehmer P., war für alle etwas überraschend.

Nachdem wir so mit dem Turnen den sportlichen Auftakt gut hinbekommen hatten, ging es weiter zur Leichtathletikanlage auf dem Rebstockgelände. Dort würden auch Teilnehmer J. und M. ins Geschehen eingreifen.


Nach Rücksprache mit dem Trainerteam (das waren immer alle, die nicht gerade aktiv am Wettkampf teilnahmen) einigte man sich, mit dem Kugelstoßen zu beginnen.
Sowohl Teilnehmer J. und M. zeigten dabei, auch stilistisch, ganz herausragende Leistungen.

Beide stießen jeweils persönliche Bestweite, was noch auf dem Sportplatz mit einem Getränk belohnt wurde und entsprechenden Neid bei der Gegnerschaft hervorrief (Ja, da müsst ihr euch halt mal anstrengen, ihr Looser aus Cottbus, Berlin oder Stuttgart.). "Wir sind die Raaschbacher, da nützt euch auch das beste Trainingshöschen und Spikes nichts".

Weiter ging es zum Weitsprung, wo Teilnehmer E. seine vierte und letzte Disziplin absolvierte. Er war am Anfang etwas verwirrt, was das Treffen des Brettes und der Sprunggrube betraf; wurde aber mit jedem Versuch sicherer und sprang dementsprechend auch weiter.

Hätte die Luft beim Anlauf noch für weitere Versuche gereicht, wäre er mit Sicherheit Richtung Bob Beamann-Rekord gesprungen.

Als nächste Disziplin stand für Teilnehmer J. und M. nun der Schleuderballwurf an. Eine technisch höchst sensible Übung, vor allem am vierten Tag eines Deutschen Turnfestes.


Hier kam auch der Wettkampf unserer Teilnehmer ins Stocken, und zwar nicht durch eigenes Verschulden. Vielmehr hatte das Kampfgericht keinen Plan was Einteilung und Organisation betraf, so dass unsere Jungs nach langer Wartezeit

völlig aus dem Rhythmus kamen. Teilnehmer J. konnte nur einen Versuch absolvieren, dann brach die alte Kriegsverletzung wieder auf. Teilnehmer M. kämpfte bewundernswert weiter, zeigte unter Schmerzen drei Versuche. Doch schließlich musste auch er dem Raubbau am Körper Tribut zollen, so dass auch er, wie Teilnehmer J. nicht mehr fähig war, die Disziplinen Weitsprung und 100 Meterlauf zu absolvieren.

Hier musste auch das Trainerteam einschreiten und sie von einem entsprechenden Start zurückhalten; Gesundheit geht schließlich vor. So ging der Wettkampf dann für alle etwas unbefriedigend zu Ende.

Erfreuliches im Hinblick auf das Gesellschaftliche: Die Kurzaufenthalter Teilnehmer D., N. und W. waren gut in Frankfurt angekommen und fanden uns ohne große Probleme direkt auf dem Sportplatz. Die Welt ist halt ein Dorf.
Die Zusammenkunft der Bliesransbacher und der doch alles in allem gut verlaufende Wettkampf musste jetzt doch mit einem kleinen Umtrunk gefeiert werden. Hierfür bot sich mal wieder das Beachvolleyball Gelände an; dort war Musik, Essen und Trinken in Ordnung, und auch für das Auge gab es immer wieder was zu sehen.
Hier wurde auch letztendlich der nun kommende Abend geplant. Ein Vorstoß von Teilnehmer B. nun ins Quartier zu fahren, schließlich standen für die Teilnehmer B., R. und W. am kommenden Tag die Wettkämpfe an, wurde von Teilnehmer R. abgelehnt. Auf dem saarländischen Abend müssten wir uns schon als Raaschbacher zeigen, gehen wir also nur kurz "einen" trinken. Damit war mal wieder alles gelaufen.

An dieser Stelle muss die Redaktion einen Schnitt machen. Für sehr viele Turnfestteilnehmer wäre hier schon ein ereignisreicher Tag zu Ende gewesen, für uns ging es jetzt in die zweite Halbzeit, die noch sehr kurzweilig sein würde. Deshalb diese zweite Halbzeit unter "Fortsetzung folgt".


Teil 2 - Dienstag, 02.06.2009 - Frankfurt, 4.Tag

"Saarländischer Abend"

Diese Veranstaltung hat Tradition. An einem Abend während eines jeden deutschen Turnfestes treffen sich die saarländischen Teilnehmer um zu feiern und das zu machen was sie sonst das ganze Jahr nicht können: Karlsberg-Bier trinken und Schwenker essen. Hier trifft man dann Turnfreunde aus anderen Vereinen zum Erfahrungsaustausch über Sport, Trainingsaufbau, Vereinsorganisation, Wettkämpfe oder ganz einfach nur zum Schwätzchen.
Dieser vom saarländischen Turnerbund gestaltete Abend ist eigentlich immer recht lustig, trotz oder gerade wegen der zum Teil exotischen Organisation. Auch das hat Tradition: 1987 in Berlin wurde den Teilnehmern noch während dem Essen und Trinken die Tische und Bänke unterm Hintern weggezogen, da sie wo anders benötigt wurden. In München 1998 ging schon um 21:15 Uhr das Bier zur Neige, was Teilnehmer E. dazu veranlasste als letzte Runde 23 Gespritzte, 18 Radler und 8 Bier zu bestellen (für drei Mann wohlgemerkt). 2002 in Leipzig fand der Abend nach Ladenschluss in einem Einkaufszentrum statt (etwa wie Real in Saarbrücken), selbst die Bahnhofsmission bot da mehr Romantik. Wiederum in Berlin 2007 versuchte man ca. 2000 Besucher in und um ein Zweifamilienhaus mit ca. 800 qm Grundstück und je einem Bier- und Wurststand zu verköstigen.

Organisatorisches Highlight in diesem Jahr war, dass der saarländische Turnerbund ja zwar östlich von Frankfurt in Hanau untergebracht war, der Abend aber so weit südwestlich wie nur möglich von Frankfurt stattfand, somit also ein langer Anfahrtsweg notwendig war. Für viele Turnfreunde war es zeitlich gar nicht mehr möglich nach den Wettkämpfen oder sonstigen Veranstaltungen auf dem Abend zu erscheinen. Das Fest selbst war mit Bierzelt und Bühnenprogramm gut organisiert, auch die Verköstigung mit Getränken und Essen lief reibungslos. So hatte der Saarländische Abend dieses Mal genügend Platz, Essen und Trinken, aber nur mäßig viele Besucher. Das ganze Drumherum störte uns natürlich nicht, nach einer langen, doch relativ kurzweiligen ( da die Bahnen recht voll waren und alle dicht gedrängt stehen mussten ) Fahrt mit Bus, Straßenbahn und S-Bahn kamen wir gut gelaunt am Festzelt an.


Und wo Raaschbach ist, ist Party. So hatte sich gleich an unserem Stehtisch eine stimmungsvolle Runde versammelt. Ja, es sah so aus, als hätten einige nur auf uns gewartet, damit Stimmung in die Bude kommt.


Die neu angekommene Familie Bur mit den Teilnehmern D. - N. und W fügten sich gleich gut ins Team ein und brachten neuen Schwung mit. Insbesondere Teilnehmer W. war gut drauf, es schien als wollte er die drei versäumten ersten Tage hier und heute nachholen.

An diesem Abend wurde auch ein neuer Posten kreiert. Teilnehmer M. wurde einstimmig zum "Pfandbeauftragten" gewählt. Mittlerweile ist es bei jedem Fest üblich auf die Gläser ein Pfand zu erheben. Gerade in einer Gesellschaft, wenn auch mal zwei, drei Runden ausgegeben werden, ist die Rückrechnung usw. relativ lästig. Unsere Idee sah vor, dass wir jedes Mal Pfand bezahlten ( so musste nicht hin und her gerechnet werden ), in unregelmäßigen Abständen wurden dann die leeren Gläser vom "Pfandbeauftragten" zurückgebracht und das Geld entsprechend kassiert und aufbewahrt. Ein sehr verantwortungsvoller Job, den Teilnehmer M. korrekt und mit der nötigen Lockerheit souverän ausübte. Er tat das so gut, dass wir mit dem an diesem Abend erzielten Pfandgeld die nächsten beiden Tage komplett mit der ganzen Mannschaft finanztechnisch bestreiten konnten.

Nicht nur gefeiert wurde an diesem Abend. Vielmehr wurden auch über Vereinsgrenzen hinaus verschiedene fachliche Gespräche geführt. Hier sind wir Turner vom TuS Bliesransbach immer wieder gern gesehene kompetente Ansprechpartner. Und mancher Verein hat schon von unseren reichhaltigen Erfahrungen und Ideen profitiert.

Auch sportlich ging es noch weiter. Im Ausscheidungsrennen des Clubs der "klopfenden Eiterzähne" um die Gunst der weiblichen Teilnehmer, insbesondere Fan S., ging es in den Endspurt. Als erster schied Teilnehmer J. aus. Obwohl er auch zum engen Favoritenkreis gehörte musste er frühzeitig die Segel streichen. Er konnte sich halt nicht auf eine Aufgabe konzentrieren, vielmehr hatte er auch noch andere Turnfestteilnehmerinnen im Blick, dabei immer gewillt mit allen tänzerisch zu glänzen.

Somit verblieben Teilnehmer M. und P., die alle Register ihres Könnens zogen, dabei aber immer sportlich fair blieben. Teilnehmer P., eigentlich der große Favorit, brachte sich mit seiner Äußerung: "Ich habe eine Latex-Allergie" kurz vor der Entscheidung schließlich um alle Chancen.

Sieger damit Teilnehmer M., der einen besonnenen und unspektakulären Wettkampf zeigte. Dies erwies sich aber letztendlich als der richtige Weg.

Jeder Abend geht irgendwann einmal dem Ende zu, das Zelt leerte sich, alle Teilnehmer wurden doch ob des langen ereignisreichen Tages so langsam müde.
Die Müdigkeit setzte zum richtigen Zeitpunkt ein, denn dadurch erreichten wir noch die allerletzte Straßenbahn, die von diesem Ort Richtung Hauptbahnhof fuhr. Und dabei ging es um Sekunden. Wie in einem amerikanischen Action-Film sprangen wir gerade so auf die anfahrende Bahn mit schon halb geschlossenen Türen auf. Gott sei Dank blieb keiner zurück; denn ob wir den dann noch einmal wieder gesehen hätten, war aufgrund der Abgeschiedenheit des Festplatzes und der Beeinträchtigung des geistigen Navi-Systems mehr als fraglich. Die Fahrt zum Hauptbahnhof verlief unspektakulär, dort nahmen wir den Regionalexpress Richtung Hanau. Wer jedoch gemeint hatte, nach einem langen Tag mit Wettkampf und saarländischem Abend verläuft die Fahrt nun ruhig, da die Jungs müde sind, sah sich getäuscht. In unserem Abteil war noch eine prächtige Stimmung,
ab und zu unterbrochen durch leichte Schnarchgeräusche der Teilnehmer E. und J. Bei Teilnehmer J. besteht wohl eine Verbindung zwischen sich drehenden Rädern ( egal ob Taxi oder Bahn ) und Zufallen der Augen.

Teilnehmer E. musste nun wohl seinem fulminanten Wettkampf (und anschließender Feier) Tribut zollen. Ein in unserem Abteil mitfahrendes älteres Ehepaar wird diese Fahrt mit Sicherheit auch nicht vergessen. Die beiden kamen aus dem Lachen nicht mehr heraus. Insbesondere Teilnehmer P. lief zu großer Form auf. Er wollte unbedingt, dass die beiden älteren Leutchen Teilnehmer E. adoptierten und pries ihn an wie früher auf dem Viehmarkt. Er sei gutartig und stubenrein, entwurmen würde er ihn auch noch, er wäre kein großer Esser, so dass nicht viele Kosten entstehen usw. Wer Teilnehmer P. kennt weiß, dass der sich so richtig "festschwätze" kann. So bröckelte auch mit zunehmender Fahrt die ablehnende Haltung des Ehepaares immer mehr. Die Frau war schon überzeugt, die Zustimmung des Mannes war nur noch eine Frage der Zeit. Gut für Teilnehmer E. das der Hanauer Bahnhof kam und wir aussteigen mussten, ansonsten müsste er jetzt irgendwo in Mecklenburg-Vorpommern den Hofhund spielen.
Da sich unsere Truppe durch die Teilnehmer D.,N. und W., sowie Fan S. vergrößert hatte, brauchten wir vom Hanauer Bahnhof zwei Taxis zur Fahrt an die Schule, was aber, fit wie wir waren, kein größeres Problem darstellte. Wer gedacht hatte nach dem obligatorischen Absacker beim Hausmeister wäre Ruhe angesagt sah sich getäuscht. Unter fachmännischer Anleitung der Teilnehmer P. und W. musste zu erst einmal die Schlafstatt der Neuankömmlinge gerichtet werden. Da alle noch gut drauf waren kehrte auch danach noch keine Ruhe ein. Lediglich Teilnehmer J. hatte seinen Tiefschlaf von der Fahrt mit auf das Lager gerettet und ließ sich auch von allem Lärm um ihn herum nicht stören. Teilnehmer M. und P. hielten es für eine gute Idee um diese Uhrzeit (irgendwo nach halb drei) den mitgebrachten Gettoblaster anzuwerfen und bei Musik von Metallica die Belastbarkeit des Lautstärkereglers zu testen. Der Sound veranlasste Teilnehmer E. dazu sofort ein Luftgitarrensolo darzubieten.

An dieser Stelle musste Teilnehmer B. die Truppe kurz verlassen. Musik von Metallica: gut; laute Musik von Metallica: auch gut; aber um diese Uhrzeit mit Sicht auf drei Stunden Schlaf und ein in Unterhosen Luftgitarre spielender Teilnehmer E. war dann doch etwas heftig. Also ging er noch kurz auf den Schulhof, mit den dort noch sitzenden Turnfreunden aus Bous ein allerletztes Bierchen trinken. Als er nach ca. 20 Minuten wieder im Schulsaal ankam war dort endgültig Ruhe eingekehrt. Teilnehmer J. lag noch so wie vorher, Teilnehmer R. hatte zwar die Augen teilweise noch offen, bei näherem Hinsehen war sein Zustand aber irgendwo zwischen Halbschlaf und Wachkoma. Auch bei den Neuankömmlingen D., N. und W. herrschte nun Ruhe. Teilnehmer E. wollte beim Luftgitarre spielen eine zweifache Drehung zeigen, bekam aber nur eine Eineinhalbfache hin, dann stürzte er rückwärts auf seine Luftmatratze, wobei er im Fallen einschlief und den Aufschlag schon gar nicht mehr bemerkte. Teilnehmer P. erging es ähnlich, im Schneidersitz auf dem Boden sitzend kippte er plötzlich nach hinten weg und war schon im Koma bevor der Hinterkopf den Boden berührte. Lediglich vom Lager des Teilnehmers M. kamen noch Geräusche, hier wurde wohl noch Konversation mit Fan S. betrieben. So kroch dann auch Teilnehmer B. in die Koje, gewillt nach einem langen Tag jetzt endlich einzuschlafen.

Doch soweit war es dann doch noch nicht.
Plötzlich Geräusche:
"Zip, Zip".
Ein Blick nach rechts, hier war nur das leere Lager von Werner Matzke. Ein Blick nach links: hier schlief Teilnehmer J. ruhig und friedlich. Ein Blick weiter zum Lager von Teilnehmer M: "Horror". Dort machte sich eine ca. zwei Meter lange und ein Meter hohe Riesenschildkröte zu schaffen. Nachdem Teilnehmer B. seine Schaltkreise etwas geschüttelt und seine Pupille besser justiert hatte konnte Entwarnung gegeben werden. Was er für eine Riesenschildkröte gehalten hatte war lediglich der grüne Schlafsack von Teilnehmer M. der sich wölbte und bewegte. Mit einem leichten Grinsen schlief auch er dann schließlich nach einem wirklichen "Weltklasse-Tag" ein.


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- Mittwoch, 03.06.2009 - Frankfurt, 5.Tag

"Sport für alle!"

Aufstehen um 6:30 Uhr - nach einer viel zu kurzen Nacht. Da waren sie wieder: die "Oohs" und "Aaahs", die "auwauwau`s" und "oleggolegg´s". Alle hatten an diesem Morgen mächtige Unwucht im Getriebe. Beim Blick nach rechts sah Teilnehmer B. den Blondschopf von Fan S. was ihn endgültig davon überzeugte, dass es zwei Meter große Schildkröten nicht gibt, zumindest nicht in Frankfurt. Nachdem das erste Gestöhne vorüber war, kamen unsere Teilnehmer dann doch relativ schnell auf die Beine. Lediglich Teilnehmer E. war wohl vom Luftgitarrenspielen noch etwas schwindlig, mit den Worten: ich komme in "einer" Stunde nach, knallte er sich auf sein Lager und war schnell wieder im Reich der Träume. Teilnehmer W. konnte es auch etwas ruhiger angehen lassen, sein Wettkampf begann erst um zwei Uhr nachmittags. So ging es mit den verbleibenden fünf Mann (und Fan S.) zum Duschen (getrennt ) und Frühstücken (zusammen) und dann Richtung Frankfurt, wo an diesem Morgen Teilnehmer B. und R. mit ihrem Wettkampf an der Reihe waren. Die Fahrt verlief ruhig, immer wieder durch Lacher unterbrochen, wenn wir von den Story`s des vorangegangenen Tages erzählten. So kamen wir gut gelaunt in Frankfurt an den Wettkampfstätten an.
Dort fielen vor allem die jüngeren Teilnehmer J., M. und P. ins 10:00 Uhr Loch. Plötzlich war von Fitness nichts mehr zu spüren, vielmehr hatten alle etwas Schwindel und Restmüdigkeit. So wurde von den alten Hasen Teilnehmer B. und R. dem Wunsche der Dreien entsprochen, den Wettkampf doch ein bisschen später zu beginnen. So blieb den Jungs noch Zeit für ein kurzes Nickerchen; bei der Schlafstatt, ob Bank oder Boden war man dabei nicht sonderlich wählerisch.

Nach ca. 1 Stunde war dann allgemeines Wecken angesagt. Teilnehmer P. ging es nun nicht unbedingt besser, was sogar dem Publikum um uns herum auffiel. Die Frage eines etwa vierjährigen Mädchens: "Mama, was hat denn der Onkel?" beantwortete diese völlig wahrheitsgemäß: "Kind, dem geht es nicht gut!" Nun, Teilnehmer P. wäre natürlich nicht Teilnehmer P. wenn er nicht einen Ausweg aus der misslichen Lage fände. Den Kopf in einen der Brunnen zwecks Muntermachung zu stecken hielt er für eine gute Idee. Gesagt getan, doch noch während er das Wasser von seinem wallenden Haupthaar abschüttelte, bemerkte er den Verlust seiner Festkarte mit Turnfestticket usw. die, über den Kopf rutschend, nun im Brunnen lag. Noch während er überlegte wie er das Teil wohl aus den tosenden Fluten retten konnte (er war sich noch nicht einig, ob Taucherbrille, Flossen und Schnorchel ausreichten, oder Sauerstoff-Flasche und Neoprenanzug notwendig wären) hatte die 83jährige, vierfache Groß- und zweifache Urgroßmutter Gerlinde K. aus Wanne-Eickel das Teil schon mit einem beherzten Griff aus den Wogen herausgefischt.

Nachdem die Unterlagen dann in der Sonne endlich getrocknet waren, ging es aber los zum Wettkampf. Teilnehmer R. zeigte hierbei an den Geräten die ganze Bandbreite seines Könnens, besonders am Pauschenpferd demonstrierte er Klasse und Ausstrahlung. Nicht umsonst nennt man ihn auch die "Pawlowitsch des Seitpferdes".

Beeindruckend auch die Leistung am Sprung. Dieses Gerät gehört nicht unbedingt zu seinen Spezialdisziplinen, ja manchmal im Training hat man den Eindruck er fürchtet sich etwas vor der Überquerung des Hindernisses. An diesem Morgen war davon jedoch nichts zu spüren. War es die große Kulisse oder noch der Alkohol vom Vortag, jedenfalls hatte so etwas wie Angst an diesem Tag keine Chance. Ein geschmeidiger Anlauf, ein beherzter Absprung, elegante Flugphase und eine sichere Landung ließen auch die Kampfrichter zu höchsten Wertungen greifen und veranlassten das Publikum spontan zu Beifallsstürmen.

Während Teilnehmer R. seinen Wettkampf so stark begann, lief es bei Teilnehmer B. überhaupt nicht.
Irgendwie kam er nicht in die Gänge, beim Einturnen am Boden (eigentlich seine Spezialdisziplin) brach auch noch sein altes Kriegsleiden im Rücken wieder auf. An einen erfolgreichen Wettkampf war so nicht zu denken. Aufgemuntert von den Kameraden versuchte er alles. Hoffnung keimte noch einmal kurz auf, als er am Boden die selten geturnte und äußerst schwierige Übung des "umgekehrten Buddha" präsentierte. Doch letztendlich musste er aufgeben, auch ein Start am Barren war nicht möglich, zumal hier auch noch das Problem der Schwerkraft hinzukam. So ging es dann doch etwas gefrustet zum Rebstockgelände um die Leichtathletikdisziplinen zu absolvieren. Hier traf man wie vorher vereinbart Teilnehmer W., der nun ebenfalls ins Geschehen eingriff. Teilnehmer B. ließ es sich nicht nehmen die Disziplinen Kugelstoß und Schleuderball anzugehen, trotz Verletzung verliefen diese zu frieden stellend.

Teilnehmer R. ließ auch bei der Leichtathletik seine Klasse aufblitzen und überzeugte mit blitzsauberen Leistungen. Einen ganz starken Tag erwischte auch Teilnehmer W., der einen furiosen Wettkampf hinlegte und ein ums andere Mal ein Raunen bei den Zuschauern provozierte.

An der Weitsprunganlage trafen wir dann auch die gerade neu angekommenen letzten Raaschbacher Teilnehmer Egon und Inge Schwartz, als hätten wir es so abgemacht. Auch Teilnehmer E. lief dann so um vier Uhr nachmittags ("ich komme in einer Stunde nach") auf der Sportanlage ein. Sie kamen alle zum Höhepunkt dieses Nachmittags, nämlich dem Sprint der Männer. Hier flitzen unsere Teilnehmer R. und W., wie Usain Bolt und Tyson Gay, über die Tartanbahn und ließen das gesamte Feld hinter sich. Ein letztendlich schöner Abschluss des Wettkampftages und auch unserer Wettkämpfe insgesamt. (Egon und Inge Schwartz mussten noch am nächsten Tag ran, auch mit sehr großem Erfolg, doch konnten wir sie nicht als Zuschauer begleiten, da wir an diesem Tag Karten für die Gerätefinals im Kunstturnen hatten). Nach einem kurzen Boxenstopp an Theke und Grillstand mussten sich dann die Hardcore Teilnehmer für diesen Tag vom Rest der Truppe verabschieden, schließlich hatten wir Karten für das Mehrkampffinale im Kunstturnen der Männer am Abend. Unter großem Tamtam wurde auch Fan S. verabschiedet, die die nächsten Tage keine Zeit mehr hatte, uns zu begleiten. Nun gut, letztendlich hatte sie auch genug mit uns erlebt, um zukünftig an langen Winterabenden Kindern und Enkeln nicht Ende wollende Geschichten zu erzählen. Vielleicht sieht man sich ja mal wieder (zumindest der eine oder andere).
So ging es nun in die Ballsporthalle nach Frankfurt / Hoechst zur Mehrkampfmeisterschaft.

Was für den saarländischen Turnerbund im Kleinen gilt für den deutschen Turnerbund im Großen. Eine solche Veranstaltung (ja eigentlich die Top-Veranstaltung) in eine solche Gegend, abgelegen zwischen Bahngleisen und Industriebrachen zu legen, grenzt auch schon an leichten Wahnsinn. Dazu noch mit schlechter Bahnanbindung, für die Zuschauer, insbesondere die Älteren, schon eine Zumutung. Das erklärte dann auch warum die Halle, obwohl als ausverkauft gemeldet, nur zu etwa zwei Drittel besetzt war. Eigentlich nicht der würdige Rahmen für diese Veranstaltung mit den Topleistungen der Sportler.
Für uns Bliesransbacher war dieser Abend natürlich ganz was Besonderes. Unser TuS-Turner Philipp Matzke startete in diesem Jahr zum allerersten Mal bei den Aktiven. Er hatte das Glück in die gleiche Riege wie Fabian Hambüchen gelost zu werden. So hatten wir alle ein gehöriges Kribbeln im Bauch unseren Philipp mit den stärksten Turnern Deutschlands beim Wettkampf beobachten zu können.

Natürlich war auch Philipp nervös, richteten sich doch alle Augen und Kameras auf seine Riege. Dies merkte man am Boden, dem ersten Gerät. Er musste dort zu allem Überfluss auch noch als allererster Turner des gesamten Wettkampfes beginnen. So hatte er zwei kleine Wackler, was ihn sicherlich ein paar Zehntel kostete. Mit zunehmendem Wettkampf wurde er dann immer sicherer, was letztendlich mit dem 16. Platz (wie gesagt, unter den 24 besten Turnern Deutschlands) belohnt wurde. Nicht nur diese hervorragende Platzierung machte froh, sondern auch die gezeigte Leistung und die damit erreichten Punkte von Philipp in diesem Konzert der Großen. Die ersten acht Nationalkader Turner um Fabian Hambüchen, Marcel Nguyen usw. sind eine Klasse für sich, dahinter ist aber bis Platz 17 ein ziemliches Gedränge was die Punktzahl angeht, also durchaus Luft für noch bessere Platzierungen. Doch wollen wir nicht übertreiben, die gezeigte Leistung eines Bliesransbacher Turners in diesem Konzert der Großvereine (Cottbus, Hannover, Stuttgart, Berlin usw.) ist aller Ehren wert und verdient höchste Anerkennung. Eugen Spiridonow als Vierter (er hatte zeitweilig sogar geführt) und Waldemar Eichhorn als Zehnter rundeten das gute Ergebnis der Saarländer ab. Das Sahnehäubchen obendrauf stellte dann die Tatsache dar, dass Philipp sich am Sprung für das Gerätefinale der besten Sechs, Tags darauf qualifiziert hatte.
Nach diesen bleibenden Eindrücken und einer gewissen Gänsehaut ging es dann nach dieser Veranstaltung zurück nach Frankfurt. Alle waren ob des langen Tages und der erlebten Eindrücke schon etwas geschlaucht (vielleicht auch wegen des Vortages?). So war auch an diesem Abend nichts mehr geplant. Am Hauptbahnhof angekommen fiel uns ein, dass wir eigentlich den ganzen Tag kaum etwas gegessen hatten. Schon hatte Teilnehmer P. in der Nähe des Bahnhofes ein China-Restaurant ausgemacht. Mit der Wahl waren alle einverstanden, lediglich Teilnehmer J. jubelte nicht überschwänglich, ist er doch eigentlich ein Fan von Schnitzel und Krumbeere, wenn es geht täglich und in allen Variationen. Doch tapfer ging auch er mit, ins Reich asiatischer Gewürze und exotischer Gerüche. Bei der Bestellung hielt er sich dann doch etwas zurück. Da er beim China-Mann nicht einschätzen konnte, welches Fell das Tier anhatte bevor es auf den Teller kam, bestellte er doch lieber fleischlos. Irgendwelchen Reis oder Nudeln gebacken. Das Zeug sah aus wie ein Klecks vier Jahre alter Kleister, und den Kau-Bewegungen und dem Gesicht von Teilnehmer J. zufolge, schmeckte es auch ähnlich. Die Miene hellte sich erst dann wieder auf, als die anderen Teilnehmer versprachen, am nächsten Tag wieder mit ihm ins Steakhouse zu gehen. Nach dem Essen und der Fahrt nach Hanau ging es zu Fuß vom dortigen Bahnhof ins Quartier, eigentlich wollten wir noch kurz ins Irish Pub, doch drehten Teilnehmer J. und R. gleich Richtung Luftmatratze ab, die restlichen Teilnehmer machten zwar noch eine Begehung der Lokalität, doch dort brüllte mittwochabends auch nicht mehr unbedingt der Bär, so dass auch der Rest der Truppe Sehnsucht nach der Schlafstatt hatte, die nun doch eintretende Müdigkeit tat ein Übriges.

Ein kleines Bierchen noch an der Schule, dann war Schluss für alle. So war dann schnell noch vor Mitternacht Ruhe im Saal eingekehrt.

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Fortsetzung folgt.




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